Ernährung

Enzym Präparate aus der Apotheke – Testsieger 2019

Autor: Dr. Stefan Huxoll / veröffentlicht:

Enzyme werden aufgrund ihrer regulierenden Eigenschaften häufig bei Entzündungen, Schwellungen sowie bei degenerativen Gelenkbeschwerden eingesetzt. Zahlreiche Hersteller bieten hierzu in der Apotheke entsprechende Präparate mit unterschiedlichen Enzymkombinationen an. Diese sind als Arzneimittel, als diätetische Lebensmittel oder auch als Nahrungsergänzungsmittel erhältlich.

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Häufig lässt sich auf den ersten Blick nicht erkennen, welche Qualität die eingesetzten Inhaltsstoffe haben und wie sinnvoll dabei die jeweilige Kombination der einzelnen Enzyme ist.

Daher waren für uns im Rahmen der Vorbereitungen zunächst 3 Hauptkriterien wesentlich um die Prüfungsanforderungen objektiv messbar darstellen zu können:

  • Welche Enzym-Kombination ist sinnvoll
  • Wie hoch liegt die tatsächliche Enzym-Aktivität
  • Wie gut ist die Verträglichkeit

In unserem Vergleichstest wurde eine selektive Auswahl der bekanntesten Enzym Präparate aus der Apotheke hierzu miteinander verglichen. Der Vergleich erfolgte unter Einsatz der Arzneibuch-Methode (Pharm. Eur.) im Bezug auf die Enzymatische (proteolytische) Aktivität. Ein ganz wesentlicher Aspekt bei der Anwendung pharmazeutisch eingesetzter Enzyme ist hierbei deren Resorptionsfähigkeit. Denn nur intakte Enzyme können in unserem Organismus ihre volle Aktivität entfalten. Hierfür ist zwingend ein Magensaftresistenter Schutz erforderlich, welcher in der Praxis von einzelnen Anbietern durch spezielle Coating Verfahren oder dem Einsatz von Überzugsmitteln im Rahmen der Tablettenherstellung vorgenommen wird.

Nachfolgend werden die Untersuchungsergebnisse und die hieraus resultierenden Erkenntnisse vorgestellt und bieten somit für Betroffene wie auch Therapeuten eine Hilfestellung in der richtigen Auswahl des geeigneten Präparates. Die Ergebnisse dieser Untersuchung und die daraus gewonnenen Erkenntnisse sind im Folgenden zusammengefasst.

Enzyme - Bausteine des Lebens

Enzyme sind die Bausteine des Lebens und in unserem Körper nahezu an allen Stoffwechselprozessen beteiligt. Sind in unserem Körper zu wenige Enzyme vorhanden, können wichtige Stoffwechselvorgänge blockiert werden und körperliche Beschwerden unseren Organismus belasten.

Der Begriff der Enzymtherapie beruht auf der oralen Einnahme von gezielt ausgewählten Enzymen pflanzlicher & tierischer Herkunft. Es ist inzwischen wissenschaftlich belegt, dass bei körperlichen Beschwerden eine therapiebegleitende Unterstützung mit hochdosierten Enzymen eine beeindruckende Wirkung zeigen kann. Fachärzte sind sich hierzu einig, dass ganz offensichtlich bei fast jeder Art von Erkrankung immer auch ein Mangel an körpereigenen Enzymen vorliegt bzw. diese keine ausreichende enzymatische Aktivität mehr besitzen.

Klinische Studien konnten belegen, dass insbesondere der kombinierte Einsatz von pflanzlichen und tierischen Enzymen besonders hilfreich sein kann.
Hierzu zählen das wertvolle Bromelain, gewonnen aus dem vermahlenen Strunk der Ananas und das Papain, das aus dem Saft unreifer Papayas stammt, in Kombination mit tierischen Enzymen wie z. B. Pankreatin, Rutin, Trypsin und Chymotrypsin.

Übersicht der am häufigsten eingesetzten Enzyme (van Eimeren et al., 1994).

Enzyme pflanzlichen Ursprungs

Papain:
Als Papain (EC* Nr. 3.4.22.2) werden unterschiedliche Extrakte und Aufreinigungen des mexikanischen Melonenbaumes Carica papaya bezeichnet, das Molekulargewicht beträgt ca. 24 kDa. Papain wird der Klasse der Cysteinproteinasen zugerechnet, die in ihrem katalytisch aktiven Zentrum eine cysteinhaltige SH-Gruppe besitzen. Eine Substratspezifität ist nur wenig ausgeprägt, die hydrolytische Spaltung von Peptiden erfolgt bevorzugt an der kovalenten Bindung der Carboxylgruppe der Aminosäuren Arginin, Lysin und Phenylalanin.

Bromelain:
Bromelain (EC* Nr. 3.4.22.32) ist die Bezeichnung für ein Gemisch proteolytischer Enzyme aus der Frucht und dem Stamm der Ananaspflanze, pharmazeutisch wird meist sogenanntes Stamm-Bromelain aus dem Strunk der reifen Frucht eingesetzt. Bromelain hat ein Molekulargewicht von ca. 33 kDa Bromelain und wird ebenfalls der Klasse der Cysteinproteinasen zugerechnet. Es katalysiert die Hydrolyse von nativen und denaturierten Polypeptiden, Amiden und Estern bevorzugt an kovalenten Bindungen, an denen die basischen Aminosäuren, Lysin, Alanin, Tyrosin oder Glycin beteiligt sind.

Enzyme tierischen Ursprungs

Pankreatin:
ist ein Enzymgemisch, welches aus den Pankreasdrüsen von Schweinen gewonnen wird. Es enthält Proteasen, vor allem Trypsin, Amylasen und Lipasen. Für Pankreas-Pulver existiert ein Arzneibuchverfahren zur Bestimmung der proteolytischen Gesamtaktivität (Ph. Eur. 7.0/0350).

Trypsin:
(EC* Nr. 3.4.21.4) ist eine Serinprotease mit einem Molekulargewicht von ca. 24 kDa. Es enthält im aktiven Zentrum eine Histidingruppierung, die gemeinsam mit einer Seringruppe die Hydrolyse von Peptid-, Amid- und Esterbindungen katalysiert, bevorzugt an den basischen Aminosäuren Arginin und Lysin. Trypsinogen als inaktive Vorstufe des Trypsins wird als inaktive Vorstufe (Trypsinogen) aus einem Bauchspeicheldrüsenextrakt von Schweinen oder Rindern isoliert und mittels pH-Wert-Anhebung aktiviert.

Chymotrypsin:
(EC* Nr. 3.4.21.1) ist ebenfalls eine Serinprotease, das Molekulargewicht beträgt ca. 25 kDa. Das Enzym spaltet Peptid-, Amid- und Esterbindungen, an deren Bildung die Carboxylgruppe der aromatischen Aminosäuren Tyrosin, Tryptophan oder Phenylalanin beteiligt ist. Chymotrypsin wird durch fraktionierte Fällung aus saurem Pankreassaft als Chymotrypsinogen isoliert. Die Aktivierung zu Chymotrypsin erfolgt enzymatisch mit Trypsin.

  • EC-Nummern: hierbei handelt es sich um ein numerisches Klassifikationssystem für Enzyme auf Basis der jeweils katalysierten Reaktion

Die richtige Einnahme von Enzymen

Da Enzyme in ihrer Struktur hochkomplex und sehr empfindlich sind, gilt als empfohlene Anwendungszeit, dass die Einnahme 30 – 60 Minuten vor oder 90 Minuten nach den Hauptmahlzeiten erfolgen sollte. Dies ist im Besonderen von elementarer Bedeutung um die Enzymaktivität möglichst vollständig zu erhalten. In Studien konnte hierzu die Bioverfügbarkeit von intakten proteolytischen Enzymen eindrucksvoll nachgewiesen werden. (Roots 1997, Castell et al. 1997, Review: Lorkowski 2012),

Proteolytische Gesamtaktivität / F.I.P.-Einheiten

Bei der Beurteilung der jeweiligen Enzym Qualität ist nicht die quantitative Enzymmenge entscheidend, sondern vielmehr die Proteolytische Gesamtaktivität der jeweilig vorhandenen Enzyme in einem Präparat.

Die ermittelte Wertangabe erfolgt je nach Messmethodik entweder in Ph. Eur. Units oder in F.I.P.-Einheiten (Fédération Internationale Pharmaceutique). Alle von uns getesteten Produkte wurden bei dieser Untersuchung nach der identischen Methode bestimmt um hierbei eine objektive Übersicht und Vergleichbarkeit zu erhalten.

Analyse- Methode

Sämtliche für diesen Vergleichtest herangezogenen Produkte wurden ausnahmslos über den pharmazeutischen Großhandel bezogen und im direkten Anschluss analysiert.

Hierzu erfolgte die Messung der proteolytischen Gesamtaktivität der Präparate nach Ph. Eur. 7.0/0350 im Bezug auf Pankreaspulver (Pancreas powder (protease). Zur Freisetzung der Enzyme wurden die jeweiligen Tabletten mechanisch durch Mörsern zerkleinert und die hierzu exakt definierte unter Einsatz einer Enterokinase-Lösung vorbehandelt. Im Anschluss wurde dann als Substrat Casein zugefügt und die Reaktion nach der Zugabe von Trichloressigsäure und einer Inkubationszeit von 30 Minuten gemessen. Hierbei wurde dann nicht abgebautes Casein gefällt und im Anschluss die Absorption der Filtrate photometrisch bestimmt mit 275 nm Wellenlänge.

Getestet wurden die Präparate Wobenzym®, Phlogenzym®, Wobenzym® immun, Astrozym, Optizym® plus, Karazym®, Equizym® MCA.

Bei der proteolytischen Gesamtaktivitäten der getesteten Präparate haben wir die Ergebnisse je einzelner Tablette / bzw. Kapsel in der Tabellengrafik abgebildet, um hierbei mögliche Verzerrungen durch unterschiedliche Empfehlungen der jeweiligen Hersteller bezogen auf die Tagesaufnahme auszuschließen. Die Übersicht erfolgt in absteigender Reihenfolge. Das Präparat mit der höchsten Gesamtaktivität steht zum Tabellenanfang. Das Produkt mit der geringsten Gesamtaktivität steht am Tabellenende.

Proteolytische Gesamtaktivitäten der untersuchten Enzym-Präparate je Tablette/ Kapsel

Produkt Proteolytische Aktivität/ Tablette bzw. Kapsel (FIP-Einheiten)
Optizym plus 2844
Wobenzym 1096
Phlogenzym 1034
Astrozym 729
Equizym MCA 455
Karazym 371
Wobenzym immun 189

Testsieger 2019

Optizym wieder Testsieger !
Platz 1 der besten Enzympräparate aus der Apotheke geht auch in diesem Jahr wieder an Optizym plus.

Die Ergebnisse der Untersuchung belegen eindrucksvoll, dass die proteolytische Gesamtaktivität in Kombinationsprodukten, die aus pflanzlichen und tierischen Enzymen bestehen, deutlich höher liegen im Vergleich zu rein pflanzlichen Monopräparaten.

Ein weiteres Merkmal für die hohe Bandbreite der erhobenen Messwerte kann neben der jeweiligen Rohstoff-Qualität auch der Einsatz zahlreicher Hilfs-, Füll- und Zusatzstoffe sein. Ebenso kann die je nach Hersteller angewandte Beschichtung (Coatingverfahren) für die erhebliche Streuung der Ergebnisse mit verantwortlich sein.

Alle getesteten Präparate können rezeptfrei in Apotheken bezogen werden. Ein direkter Preisvergleich lässt sich darüber hinaus je Produkt z. B. über die Online Plattform www.medizinfuchs.de oder www.apomio.de schnell ermitteln.

Literaturhinweise
Birkenmeier G. Wirkungsmechanismen von oral applizierten proteolytischen Enzymen – Mechanistische und therapeutische Aspekte. Dtsch Med Wschr 2008; 133, 5301 – 5302.Castell JV, Friedrich G, Kuhn CS, Poppe GE. Intestinal absorption of undegraded proteins in men: presence of bromelain in plasma after oral intake. Am J Physiol 1997; 273; G139-146.Klaschka F. Neue Perspektiven in der Tumortherapie. Immunologische Konzepte für Klinik und Praxis. Forum-Medizin Verlagsgesellschaft, Gräfelfing, 1996.LaMarre J, Wollenberg GK, Gonias SL, Hayes MA. Biology of Disease – Cytokine Binding and Clearance Properties of Proteinase-Activated α2-Macroglobulin. Lab Invest 1991; 65: 3 – 14.Lauer D, Müller C, Cott C, Otto A, Naumann M, Birkenmeier G. Modulation of growth factor binding properties of alpha2-macroglobulin by enzyme therapy. Cancer Chemother Pharmacol 2001; 47(Suppl), S4-S9. Lorkowski G. Gastrointestinal absorption and biological activities of serine and cysteine proteases of animal and plant origin: review on absorption of serine and cysteine proteases. Int J Physiol Pathophysiol Pharmacol 2012; 4(1): 10-27. Roots I. Bioverfügbarkeit von Trypsin, Bromelain und Rutin-Metaboliten nach oraler Gabe von Phlogenzym® bei gesunden Probanden. Randomisierte doppelblinde Crossover-Studie gemäß GCP. Study No MU-695427. Berlin, Germany: Institut für Klinische Pharmakologie der Med. Fakultät Humboldt-Universität, 1997.Van Eimeren W, Biehl G, Tuluweit K. Therapie traumatisch bedingter Schwellungen – Adjuvante systemische Therapie mit proteolytischen Enzymen. Georg Thieme Verlag Stuttgart, 1994; 4 – 10.

Autoren
Dr. Stefan Huxoll
Dr. Rüdiger Hofmann
Dr. Elvira Rauschenbach

Deutsche Gesundheitsinitiative
Friedrich-Ebert-Allee 122
53113 Bonn

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